Pfarrer Carsten Heß,
Gummersbach
 

"...als ob mit dem Tod alles aus wär"
 


Der Thomas war ein ganz engagierter Jesus-Nachfolger. Das lesen wir an etlichen Stellen in den Evangelien. Aber dieser Thomas war in eine Krise geraten. Ausgelöst durch die Vorstellung, dass mit dem Tod alles aus sei. Genauer gesagt: Dass mit dem Tod Jesu am Karfreitag alles aus sei.
Und dann zieht er sich zurück in die Einsamkeit.
Während die anderen Freunde von Jesus die Gemeinschaft und das Miteinander suchten, ging Thomas seinen eigenen Weg.

Der Glaube wird auf einmal zur Privatsache.
· Da frißt einer den Zweifel in sich hinein. Und er ist traurig und enttäuscht und wütend darüber, dass mit dem Tod Jesu wohl alles aus ist. Und dann sagt er sich: Damit muß ich irgendwie selber fertig werden. Das muß ich allein in Ordnung bringen.
 


Jesus hat sich Thomas visuell gezeigt und für uns heute hinzugesetzt:
„Wie glücklich können die sein, die nicht sehen und trotzdem glauben!“
Denn das Entscheidende war nicht die Erscheinung, sondern das Entscheidende waren die Worte:
„Hier, du über alles geliebter zweifelnder Mensch! Friede sei mit Dir! Und Friede sei mit Dir auch in Deiner letzten Lebensstunde! Denn ich bin bei Dir! Ohne Unterbrechung. Ich führe Dich an der Hand – selbst durchs dunkle Todestal. Und du kannst dich drauf verlassen: Das, was Du für das Ende hältst, das ist der Durchbruch zu einer neuen Wirklichkeit! Durch meine Wunden ist Deine Schuld ein für allemal durchgestrichen. Sieh mich an! Hör mein Wort an! Und ich lade Dich ein, dass Du als glaubender / als vertrauender Mensch darauf antwortest. Dann wird der Friede Gottes nicht nur über Dich kommen, wenn Deine irdische Zeit abgelaufen ist, sondern Du kannst jetzt schon spüren und fühlen, mit welchem verheißungsvollen Frieden Dein Hier und Jetzt erfüllt wird.
 

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