Gottes Wege sind dunkel,
aber das Dunkel
liegt nur in unseren Augen,
nicht auf Gottes Wegen.


(Matthias Claudius)

Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt,
aber ich weiß, daß er mich führt.


Gehn wir durch Tiefen unsagbaren Leides,
einsam und ängstlich,
und enden die Tage mit Händen voll Scherben
und brennenden Augen,
dann ist es tröstlich,
eines zu wissen:

ER ist gegenwärtig.

     


Ich habe dich verloren. Was für ein Verlust.
Mein Leben ist ärmer geworden.
Manchmal sage ich mir:
Jetzt erst kann ich ermessen,
wie sehr du mein Leben reich gemacht hast.

Ich habe dich verloren.
Das Schlimmste am Verlieren ist:
Ich weiß nicht, wo ich dich suchen soll.
Ein Dunkel hat dich aufgenommen,
das meine Augen nicht durchdringen.
Ich trete an dein Grab und weiß nicht, wo du bist.
Bist du dort dem Vergehen preisgegeben?
Oder ist da irgendwo - irgendetwas - was bleibt?
Was weiterlebt, außerhalb meiner Erinnerung?

“Wir wollen nicht trauern, daß wir sie verloren haben,
sondern dankbar sein dafür, daß wir sie gehabt haben,
ja auch jetzt noch besitzen.
Denn wer heimkehrt zum Herrn,
bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie
und ist nur vorausgegangen.”

(Hieronymus in Jahren 341-420)


    In mir ist es finster,
    aber bei dir ist das Licht.
    Ich bin einsam,
    aber du verlässt mich nicht.
    Ich bin kleinmütig,
    aber bei dir ist die Hilfe.
    Ich bin unruhig,
    aber bei dir ist der Friede.
    In mir ist Bitterkeit,
    aber bei dir ist die Geduld.
    Ich verstehe deine Wege nicht,
    aber du weißt den Weg für mich.

    (
    Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. © by Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München)
     

Das Ewige ist stille,
laut die Vergänglichkeit;
schweigend geht Gottes Wille
über den Erdenstreit.

(Wilhelm Raabe)

Gott ist mächtig

Ist jemand unter uns, der seinem Lebensabend entgegengeht und den Tod fürchtet?
Warum diese Furcht? Gott ist mächtig!
Ist jemand unter uns, der über den Tod eines geliebten Menschen verzweifelt ist?
Warum verzweifeln? Gott kann die Kraft schenken, das Leid zu tragen.
Sorgt sich jemand um seine schlechte Gesundheit?
Warum sich sorgen? Komme, was mag. Gott ist mächtig!
Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer
als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken,
daß es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt.
Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln -
zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit

(Martin Luther King)

Wir wissen, daß irgendwann der Tag kommt,
wo sich unsere Wege trennen.
Doch wenn es soweit ist,
sind wir fassungslos
und der Schmerz über den  Verlust ist groß.
Erst die Zeit und die Erinnerung
lassen uns wieder hoffen
und spenden Trost.

 

Habe dein Schicksal lieb,
denn es ist der Weg Gottes
zu deiner Seele.

(Wandspruch in einem Kriegsinvalidenheim)