Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock, zu den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten von Amerika 11. September 2001.
Fassungslosigkeit und Entsetzen sind meine Gefühle angesichts der schrecklichen Terroranschläge auf zentrale Einrichtungen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Klar ist:
Skrupellose, menschenverachtende Täter haben Tausende von Menschenleben geopfert. Wir fühlen uns ohnmächtig angesichts von politischem Fanatismus und Extremismus, die ihre blutige Ernte
halten.
Alle Christen in Deutschland fühlen in diesen schrecklichen Stunden mit den Bürgerinnen und Bürgern der USA. Gott stehe ihnen und uns allen bei. Wir richten
unsere Klage zu Gott, wir beten für die Opfer und ihre Angehörigen. Wir beten um den Frieden.
Wir beten für die politisch Verantwortlichen, die in diesen Stunden vor schweren Entscheidungen stehen.
Der PDS-Politiker Gregor Gysi, zeigte sich gegenüber Idea "wütend
und entsetzt" über die Anschläge. Den Gottesdienst besuchte der bekennende "Heide", weil er, wie er sagte, eine "gottlose Gesellschaft" nicht weniger
fürchte als gläubige Menschen - "denn eine gottlose Gesellschaft ist auch eine wertelose Gesellschaft."
Im Berliner Dom fand bereits am Abend des 11.
September ein ökumenischer Gottesdienst mit rund 2.000 Besuchern statt. Dabei sagte der Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, angesichts der
Verzweiflung der Menschen im New Yorker Welthandelszentrum könnten sich Christen nur in die Gewissheit flüchten, "dass die Menschen, die da aus dem Fenster sprangen, nicht tiefer
fielen als in Gottes Hand”.
2.000 beten in München für den Frieden Ein ähnliches Bild in anderen deutschen Großstädten: Auf dem Münchner Marienplatz kamen über 2.000 Menschen auf Initiative des CVJM und katholischer charismatischer Jugendgruppen
spontan zu einem Friedensgebet zusammen.
Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und er antwortete mir.
(Jona 2,3)
Der Wochenspruch der Evangelischen Kirche lautete:
Jesus Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen
meinen geringsten Brüdern (Schwestern), das habt ihr mir getan.
(Matthäus 25, 40)
Die Heilsarmee steht am zerstörten Welthandelszentrum in New York und an
der Absturzstelle eines der Attentatsflugzeuge in der Nähe von Pittsburgh Betroffenen und Helfern bei. In Manhattan haben die Heilssoldaten Unterkünfte mit über 140
Ruhebetten für Rettungskräfte eingerichtet. Feuerwehrleute, Polizisten und Katastrophenhelfer werden auch mit heissen Getränken und kleinen Mahlzeiten versorgt. Außerdem hält die
Heilsarmee Seelsorger bereit.
Der Kommandeur des Ost-Territoriums in den USA, Joe Noland (New York), erklärte, Amerika habe seine Stärke immer im Glauben an Gott gefunden
- "er ist unser sicherster Helfer in der Not".